Brockenwanderung

Vorgestern investierte ich meinen ersten Urlaubstag, um mit Torsten und Tobi im Harz wandern zu gehen. Auf der Hinfahrt legten wir in Wernigerode eine Pause ein und aßen im dortigen Kartoffelhaus hervorragend zu Mittag. Anschließend fuhren wir weiter nach Schierke, um von dort auf den Brocken zu steigen. Aus Schierke gibt es verschiedene Wege unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads und wir entschieden uns für den kürzesten aber auch steilsten “Eckerstieg” (ca. 6 Kilometer). Der Aufstieg fühlte sich an, wie eine Wanderung durch mehrere Klimazonen. Zunächst starteten wir mit Plusgraden und die Umgebung sah noch sehr grün und waldig aus. Im Frühling ist es dort sicherlich auch total schön.

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Es gab riesig hohe Bäume und am Wegesrand plätscherten Bäche vorbei. Bei der warmen Umgebung kamen wir ziemlich schnell auf Temperatur und unterhielten uns darüber, dass man zum Wandern vielleicht lieber dünnere Kleidung anziehen sollte. Später sollte sich dann aber noch herausstellen, dass die Kleidung sehr gut gewählt war.

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Mehrfach kreuzte der Weg die Schienen der Brockenbahn, die während des Aufstiegs ständig durch Tuten auf sich aufmerksam machte und die wir wenigstens ein Mal aus der Ferne betrachten konnten.

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Langsam wechselte dann auch das Klima. Vermehrt war der Boden mit festgefrorenem Schnee bedeckt und das Besteigen des Weges wurde anspruchsvoller. Irgendwann kam dann noch etwas frisch gefallener Neuschnee hinzu und es wurde noch kälter.

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Als wir schließlich den Gipfel erreichten war es endgültig richtig kalt. Bei gefühlten -10°C pfiff uns ein eisiger Wind um die Ohren und trieb Nebel vor sich her. Die Sichtweite lag vermutlich unter 100 Metern.

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Oben setzte dann auch schlagartig die Dämmerung ein, sodass wir uns nach kurzem Aufenthalt wieder an den Abstieg machten. Wir prüften kurz, ob wir nicht mit der letzten Bahn fahren wollen, entschieden uns dann aber aufgrund des wirklich unverschämten Preises von 21€ für die 10km nach Schierke für einen Fußmarsch entlang der 10km langen Bergstraße. Der Weg, den wir aufgestiegen waren, war mangels Beleuchtung definitiv nicht mehr drin und auch die langsam zufrierende Bergstraße stellte in Taschenlampenbeleuchtung eine Herausforderung dar. Als es dann richtig dunkel war und wir den Abstieg schon fast geschafft hatten riss dann noch die Wolkendecke auf und wir konnten dort weitab von Lichtverschmutzung einen erstaunlich klaren Sternenhimmel betrachten.

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Das war eine schöne Wanderung, die ich gerne im Frühling bei schönem Wetter wiederholen würde.