Streets of Hannover

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Ich hatte in den letzen Wochen nach dem Urlaub irgendwie das Gefühl, dass das Leben an mir vorbei rauscht. Arbeitswoche; am Wochenende rumgammeln; nächste Arbeitswoche; dann wieder rumgammeln. Außerdem wollte ich gerne mal wieder so richtig fotografieren. In der näheren Region sind mir die Ideen ausgegangen (hat jemand welche? - dann her damit!) und für Streetfotografie taugt eine Kleinstadt nur sehr eingeschränkt.

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Ich fasste daher einen Entschluss und fuhr für einen Tag nach Hannover. Tagsüber konnte ich bei strahlendem Sonnenschein und gleichzeitig angenehmer Wärme durch die Straßen laufen und fotografieren. Vorher hatte ich kurz nach potentiell fotografierwürdigen Orten gegoogelt und lief dann einfach drauf los. Das war eine hervorragende Entscheidung, da ich so durch Zufall auf den samstäglichen Flohmarkt am Leineufer stieß. Dieser lädt nicht nur zum Fotografieren sondern auch zum Suchen nach alten Fotoapparaten ein.

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So kam es dann auch, dass ich vor ein paar solcher Kameras mit einem älteren Herrn ins Gespräch kam, der nach dem 2. Weltkrieg sein Interesse an Fotografie entdeckte. Er erzählte mir von seinen Kameras und wie er die Fortschritte der Technik miterlebt hat. Ich erzählte ihm, dass es durchaus noch “junge Leute” gibt, die nicht nur im Automatikmodus Schnappschüsse machen sondern die Fotografie ernst nehmen. Wir standen dort bestimmt eine Stunde vor dem enttäuschten Händler, dessen verranzte und verklebte Kameras wir dann natürlich nicht kauften.

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Ein anderer älterer Herr präsentierte dort seine Gipsfiguren, die er selbst herstellt und anmalt. Das macht er, um sich die Zeit zu vertreiben. Seine Frau starb nämlich früh und außer den Figuren und seinem Garten hat er nichts mehr. Deine Figuren waren auch von erstaunlich guter Qualität und wenn man eine kitschige Wohnung hat passen die sicher super hinein.

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Danach lief ich noch mehrere Runden durch die Stadt und schaute mir das Rathaus, den Maschsee, das Nord/LB-Haus (inspiriert durch Timos Fotos) und noch so einige andere Orte an. Insgesamt habe ich bestimmt acht Laufstunden durchgehalten.

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Am Ende kehrte ich dann in der »gegenüber«-Weinbar ein. Die haben nicht nur superleckeren Wein sondern auch hervorragende Kleinigkeiten zum Essen. Die Auswahl ist riesig und ich trank einen großartigen Primitivo. An deutschen Weinen gibt es alles was man so an guten Weingütern aus dem Internet kennt und das zu fairen Preisen. Hier möchte ich wieder hin.

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Der Kurztrip war insgesamt wirklich schön und hat sich gelohnt. Ich glaube das werde ich in naher Zukunft wieder machen. Dann allerdings in irgendein andere Stadt. Deutschland bietet ja noch ein paar.

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