Sterne

Schon vor einer ganzen Weile fand ich interessante Fotos, die Sterne oder Herzen im Bokeh hatten. Da (Punkt-)Lichtquellen im unscharfen Bereich die Form der Blende annehmen sind sie üblicherweise kreisrund bzw. 6- oder 8-eckig. Wenn man seine eigene Blende in beliebiger Form gestaltet kann man den Lichtern auch eine andere Form aufzwingen. Das wollte ich dann auch selbst ausprobieren. Nachdem der erste und der zweite Versuch gescheitert waren (viel zu groß; abgebrannt; fragt nicht :)) glückte gestern der dritte Versuch. Ich war mit Pia in Wolfsburg vor der Autostadt unterwegs und ging auf Sternenjagt.

Bastelstunde

Die Herstellung der Blende war nach den Fehlversuchen eigentlich ziemlich simpel. Wahrscheinlich ist das stark von der Kamera und dem verwendeten Objektiv (Brennweite!) abhängig. Für meine EOS1000D und das Super-Mega-Preis/Leistungs-immer-drauf-EF 50mm 11.8 hat das Folgende gut geklappt. Ich habe ein Stück Tonkarton in Schwarz gekauft (30ct) und anschließend mit dem Zirkel zwei Kreise mit selbem Mittelpunkt konstruiert. Den Inneren mit 1cm Radius für den Stern und den äußeren so groß, dass er auf den Schraubteil der Gegenlichtblende passt. Dann im inneren Kreis Abschnitte im Abstand von 72° markieren und über Kreuz miteinander verbinden. Anschließend den Stern mit Geodreieck und Cutter ausschneiden (Unterlage!) und die gesamte Blende ebenfalls ausschneiden. Danach habe ich das gute Stück einfach mit Klebestreifen am Schraubteil für die Gegenlichtblende befestigt. So stört es den Fokuslauf nicht und lässt sich relativ leicht abschrauben.

Lessons learned

Die ganze Geschichte ist relativ simpel herzustellen man sollte es mal ausprobiert haben. Damit zu fotografieren ist allerdings ziemlich schwierig. Die Bilder werden zwar im Fokus scheinbar genau so scharf wie sonst auch, der gewünschte Effekt tritt jedoch nur auf, sobald die Lichtquellen schon sehr stark im unscharfen Bereich liegen. Dafür muss man dann ziemlich viel durch die Gegend rennen und dafür sorgen, dass man ein interessantes Objekt in die nähe der Naheinstellgrenze bekommt und gleichzeitig die Lichter so liegen, wie man es gerne hätte. Das fiel mir ziemlich schwer und einige Bilder sind leider nicht so geworden wie erhofft. Die Blende ist nichts, was man die ganze Fotografiersession auf der Kamera haben will sondern kann vielleicht eher immer in der Tasche rumgetragen werden, um dann zum richtigen Zeitpunkt gezückt zu werden.