Kindle review

Nachdem ich mir im letzten Jahr einen Kindle gekauft habe will ich hier mal ein bisschen von meinen Erfahrungen berichten. Insgesamt bin ich eigentlich ziemlich zufrieden. Die Akku-Laufzeit ist wirklich klasse, das Display gut lesbar. Zum Synchronisieren braucht man kein Crapple CryTunes oder anderen Mist sondern das Ding wird einfach als Mass-Storage-Device gemountet und gut. PDF Files lassen sich direkt draufschieben und lesen. Das klappt z.B. für Datenblätter sehr gut. Bei Vorlesungsfolien kommt es stark auf das Format und die Verwendung von Farbe an. Grundsätzlich funktioniert das auf jeden Fall alles und ich habe mir in diesem Semester einige ausgedruckte Seiten sparen können (ich kann am Computer-Bildschirm nicht lange konzentriert lesen).

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Shop Ich habe die nur-WiFi-und-kein-3G Variante gewählt und das Kaufen von Büchern auf amazon.com funktioniert reibungslos. Es sind viele Bücher vorhanden, die problemlos heruntergeladen werden können. Bezahlt wird in Dollar und da die Bücher auch generell günstiger sind macht sie das zu ziemlichen Schnäppchen.

**Bücher **kindle-dictionaryBis jetzt gelesen habe ich damit Cryptonomicon und ich bin gerade kurz vorm Ende von High Fidelity. Das ist schon wesentlich mehr, als ich in den letzten drei Jahren gelesen habe und der Kindle ist daran nicht ganz unschuldig. Er ist einfacher mit in Bahn oder Bus zu nehmen und liest sich auch im Bett besser, da man nicht aufpassen muss, dass einem die Seiten zusammenfallen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Vorteil, dass man nicht ständig ein Kilo Holz in der Hand hat sondern nur knapp 250g. Ich bilde mir ein, dass ich durch das Lesen von englischen Büchern auch meine Sprachkenntnisse verbessern konnte. Dabei hilft vor allem das integrierte Oxford Dictionary, das während des Lesens durch Highlighten eines Worts sehr schnell aufgerufen werden kann.

**Surfen **Das Surfen macht mit dem Kindle (wie erwartet) nicht viel Spaß. Es macht einfach auf E-Ink Displays keinen Sinn. Da hilft auch kein Touchscreen wie beim Thalia Dingsbums-Reader. Der Bildaufbau ist einfach wesentlich zu langsam. Wer ein Device zum Surfen sucht ist mit einem Tablet sicherlich besser bedient. Außerdem ist ein Kindle für einige andere Anwendungen auch nur bedingt einsetzbar:

[caption id=“” align=“aligncenter” width=“592” caption=“xkcd: Book Burning ”][/caption]

**Blogs **Was meiner Meinung nach sehr gut funktionieren könnte ist das Lesen von Blogs. Ich könnte mir eine gute Integration des Google Readers vorstellen, mit der ich sofort alle Blogs über den Kindle lesen würde. Leider ist das zur Zeit nicht vorhanden und über die Homepage kommt keine richtige Freude auf. Ich bin dafür jedoch auf Instapaper gestoßen. Der Service dient dazu, während des Surfens lange und interessante Artikel zum ‘später Lesen’ zu markieren.  So kann man sich seine eigene Zeitung zusammenbasteln. Wenn man dann längere Zeit zum Lesen hat, kann man sich alle Artikel, die man bis jetzt zwischengespeichert hat, in einer ‘Ausgabe’ zusammenfassen und auf ein Gerät (Kindle, iPad, iPhone) laden lassen. Dabei wird das Format an das jeweilige Endgerät angepasst. Dieser Dienst hält mich nicht nur davon ab, meinen ganzen Tag mit surfen im Internet zu verbringen, sondern ermöglicht auch viele Webseiten in viel angenehmerer Form lesen zu können.

**Zusammenfassung **Man muss sich im Klaren sein, dass mit einem Kindle nicht alles funktioniert, was man sich vorstellen könnte. Man kann es vielleicht mit der UNIX-Philosophie erklären: Es ist ein kleines Tool, dass nur für eine einzige Aufgabe (Lesen) geeignet ist. Dafür erfüllt es diese Aufgabe aber perfekt. Ich zumindest werde mir in absehbarer Zeit wohl kein analoges Buch mehr kaufen.

> > Great. My book ran out of batteries. Stupid future. ([@TVsAndyDaly](http://twitter.com/#!/tvsandydaly/status/23890890752)) > >