Diaspora (oder warum StudiVZ hoffentlich bald untergeht)

Ja ich gebe zu ich habe einen StudiVZ Account. Dafür gibt es im Wesentlichen einen Grund: die große Mehrheit der Personen, die ich so kenne sind dort auch. Ansonsten fällt mir eigentlich nichts ein, was an StudiVZ toll ist.

  • die Oberfläche ist verspielt und fühlt sich träge an

  • es ist fundamental schlecht programmiert und buggy

  • wenn man mal den AdBlocker deaktiviert und auf die Seite surft, dann stellt man fest, dass dort ernsthaft auf der Startseite ein 1MB großes Flash-Werbebanner wartet, dass jedes Mal geladen werden muss. Ich meine: Hallo? FLASH? und dann auch noch riesig…

  • die Timeline mit Statusmeldungen und Informationen über Freunde funktioniert seit Wochen nicht und ist auch durch die schlechte Oberfläche schon jenseits von traurig

Beim Instant Messaging bin ich bereits auf das freie, moderne und durchdachte Jabber umgestiegen und verwende kein ICQ mehr. Warum also nicht auch bei Social Networks den Umstieg wagen? In ein paar Tagen bietet sich wahrscheinlich die Gelegenheit dazu:

Das Projekt Diaspora will voraussichtlich am 15. September eine Entwicklerversion veröffentlichen. Die Software stellt ein dezentrales soziales Netzwerk dar, das von Nutzern selbst auf Webservern gehostet werden kann. Es soll möglich sein, Features aus bekannten Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook zu verwenden. Bei der Entwicklung zeichnet sich jedoch schon ab, dass die Plattform wesentlich anders zu sein scheint:

  • es sollen freie Technologien wie OAuth und OpenID verwendet werden

  • das Netzwerk schottet sich nicht nach außen ab sondern bietet Möglichkeiten, um externe Services zu integrieren

  • freie quelloffene Software, die somit auf ihre Sicherheit geprüft werden kann

Die Entwickler sind vier Nerds, die sich am Courant Institute of Mathematical Sciences in New York getroffen haben. Über Kickstarter haben sie Geld aufgetrieben und nun begonnen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. In dem Projektblog, das leider etwas unregelmäßig gepflegt wird, kann man sich über den aktuellen Stand informieren.

Man kann nur hoffen, dass sich die ehrgeizigen Zeile realisieren lassen und wir bald vielleicht ein modernes und freies soziales Netzwerk haben, dass wirklich von den Nutzern gestaltet und kontrolliert werden kann.