Interrail - Paris

Für den Sommerurlaub buchten Tobi und ich in diesem Jahr Interrail-Tickets, um uns Europa anzuschauen. Wir entschieden uns für die Variante mit 5 Tagen Zugfahrt innerhalb von 10 Tagen. Die erste und die letzte Reise (sowie alle Reisen zwischendurch, die das Heimatland kreuzen) muss man selbst bezahlen. Wir buchten also ein reguläres Ticket und fuhren über Mannheim nach Paris. Dort übernachteten wir im St. Christopher’s Inn, das - wie sich herausstellte - zu einer hervorragenden Hostel-Kette gehört. DSCF3981Die Stadt präsentierte sich leider mit ziemlich bescheidenem Wetter. Wir liefen im Regen an den Sehenswürdigkeiten vorbei und blieben nur für einen Tag. DSCF3965Insgesamt bin ich von Paris etwas enttäuscht; Ich hatte mir irgendwie mehr erhofft. Die touristischen Attraktionen und deren Umgebung sind ohne Zweifel sehr nett gemacht. Der Rest der Stadt war dafür allerdings auch ziemlich unspektakulär und belanglos. Der schönste Ort war noch das Künstlerviertel Montmartre, durch das wir zwischen den Regenschauern liefen. DSCF3949In Paris habe ich gelernt, dass der Fußverkehr mit schnellen Ampelphasen hervorragend funktioniert. Hier sind die Ampeln nicht grün, bis auch die hinterletzte Oma es über die Straße geschafft hat, sondern es gibt schnelle rot/grün-Wechsel, die automatisch erfolgen ohne dass man einen Knopf drücken muss. Wenn es rot ist und kein Auto kommt geht der Franzose trotzdem über die Straße. DSCF3979Außerdem fiel auf, dass die Stadt grundlegende Probleme zu haben scheint. Sie ist voll mit Ratten, die wir abends auch sehen durften, und wir kamen an mehreren Läden vorbei, sie sich auf Ungezieferbeseitigung spezialisiert hatten. Die berühmte Pariser Metro ist außerdem in einem schlechten Zustand. Die Bahnhöfe sind durchgängig hässlich und dreckig; die Bahnen sind laut und umkomfortabel. Umso lustiger, dass die Firma, die in Paris die U-Bahn betreibt “RATP” heißt. Wenn man sowieso ein Rattenproblem hat und es in der kompletten Metro nach Urin riecht, ist das vielleicht nicht der cleverste Name für einen Verkehrsbetrieb. DSCF3939Es ist übrigens tatsächlich so, dass der Franzose, den man tagsüber auf der Straße trifft, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Baguette unter dem Arm hat, das er durch die Gegend trägt. DSCF3986Kurz vor der Abreise nach Barcelona fällt am Bahnhof auf, dass der Betrieb in Frankreich etwas anders läuft. Hier erfolgt eine Zuteilung der Züge auf die Gleise “on demand”. Bis 5min vor der Einfahrt ist nicht klar, auf welchem Gleis der Zug kommt. Dies führt zu vollen Hallen vor den Gleisen und riesigen Menschenmassen, die sich schlagartig auf den Weg machen. Vermutlich kann man so aber flexibler auf Unvorhergesehenes reagieren. DSCF3940