Lassen Sie es mich so sagen...

Ich las “Lassen Sie es mich so sagen…” von Georg Schramm. Wer den Mann noch nicht kennt: Großartiger Kabarettist, schön bissig und immer auf den Punkt. Er hat lange Zeit zusammen mit Urban Priol “Neues aus der Anstalt” moderiert und schied dann leider aus. Das aktuelle Bühnenprogramm konnte ich leider noch nicht sehen, aber vielleicht gibt es das ja bald irgendwo zu finden.

Das 2007 erschienene, inhaltlich aber immer noch aktuelle, Buch besteht aus bekannten Texten von Schramm, die jeweils mit kurzen Einführungen um den Kontext ergänzt wurden. So lässt es sich sehr gut zwischendurch lesen und man verliert nicht den Faden, wenn man nur kurz in Bus und Bahn ein wenig schmökert. Hier zwei schöne Zitate, die ich mir markiert habe:

Religionsdenkmäler geschändet, Schwule gesteinigt, Frauen einen Sack über den Kopf gezogen, da kann ja selbst die CDU zeigen, dass sie fortschrittlich ist.
Diese Politikkasperle dürfen auf der Bühne der öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen Christiansen und Illner ihre Sprechblasen entleeren, und wenn es nach Verrichten der intellektuellen Notdurft noch nachtröpfelt, dann können sie sich noch bei Beckmann und Kerner an der emotionalen Pissrinne unters Volk mischen!

[caption id=“” align=“alignright” width=“200” caption=“Bundesarchiv, Bild 146-2007-0037 / Bauer, Georg / CC-BY-SA”][/caption]Außerdem hat mich das Buch auf einen Satz von Gustav Heinemann aufmerksam gemacht, der auf die Frage, ob er diesen Staat denn nicht liebe, antwortete: “Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!” Dritter Bundespräsident, 1899 geboren, im Krieg am Kirchenkampf beteiligt, gegen die Wiederbewaffnung der BRD, gegen die Atombewaffnung. Respekt!

Also zusammenfassend: Sehr lesenswertes Buch, kann man sich bedenkenlos kaufen. Außerdem wäre ich auch nicht abgeneigt, mir den guten Mann mal live anzuschauen, falls sich die Gelegenheit ergibt.